Besuch bei Christoph Hauert und Eva Ulm in Bibern am 14. Juni 2025



Ungefähr 30 Personen konnte Martin Huber am 14. Juni bei strahlendem Sommerwetter auf dem
Gerbehof von Christoph Hauert und Eva Ulm begrüssen. Mit Begeisterung erzählten die beiden vom
Agroforstprojekt, das sie in den letzten Jahren auf ihrem Betrieb umgesetzt haben. Die Motivation
dafür war, dass es seit einigen Jahren oft lange Trockenperioden gibt, gefolgt von extrem starken
Regenfällen. Das Land der Familie Hauert befindet sich an einer Hanglage. Bei Regenfällen floss viel
Wasser den Hang hinunter in den nahen Bibernbach. Das Wasser schwemmte auch fruchtbare Erde
zum Bach hinunter. Blieb der Regen aus, waren die Felder nicht genügend bewässert. Das Ziel war
also, das Wassermanagement zu verbessern, so dass das Wasser im Boden besser gespeichert
werden kann und den Pflanzen zur Verfügung stand.
Entlang den Höhenlinien wurden mit einem Bagger Gräben ausgehoben. Bei dieser Arbeit muss
präzis gearbeitet werden, so dass das Wasser regelmässig durch die Gräben in die bepflanzte Kultur
abfliessen kann. Diese Art der Bewässerung nennt man Keyline-Design. Die Keylines folgen exakt den
Höhenlinien. Um den Erosions- und Austrocknungsschutz noch zu erhöhen, wurden in die Gräben
Bäume gepflanzt, welche den Wasserkreislauf stärken. In der ersten Phase sind es vor allem die
schnellwachsenden Pappeln, die diese Arbeit übernehmen. Zwischen den Pappeln wurden auch
andere Hölzer gesetzt, wie Nussbaum und Ulme. Bei einer gewissen Grösse dieser Bäume werden
dann die Pappeln entfernt. Auf beiden Seiten der Keylines befindet sich ein Streifen Gras, bevor sich
dann das bepflanzte Kulturland anschliesst.
Die ersten Erfahrungen mit diesem neuen Wassermanagement sind für Eva und Christoph durchwegs
positiv. Der natürliche Wasserkreislauf wird so für die Landwirtschaft optimiert. Die interessierte
Besuchergruppe lauschte trotz Hitze gespannt den Ausführungen zu. Alle waren von diesem Projekt
beeindruckt, das uns Eva und Christoph mit viel Engagement und Freude anschaulich erklärt haben.
Zum Abschluss konnten sich alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei einem feinen Zvieri mit
Frischkäse stärken, produziert aus der Milch der hofeigenen Kühe.
Cornelia Brunner


