6. September 2025 «Waldhüsli am Jägerschärme»
Glücklicherweise brauchten wir an diesem spätsommerlichen Septembertag den ‘Schärme’ nicht. Die Sonnenstrahlen drangen durchs Blätterdach auf unsere kleine Bastelwerkstatt, in der an diesem Nachmittag 12 kleinere und grössere Kinder Buntspecht, Rotkehlchen und Waldkauz aus Naturmaterialien entstehen liessen.












Bevor die Kinder aber ans Werkeln gingen, schenkten ihnen Rotkehlchen Rubeculina und Rubina das nötige Material, um viele weitere Rotkehlchen zum Leben zu erwecken. Die beiden kamen aus ihrem Nest am Fusse einer Buche und erzählten den Kindern stolz, dass sie beide zum Vogel des Jahres 2025 erkoren wurden. Natürlich, weil die Menschen sie liebten, weil sie gerne bei ihnen ums Haus seien, ihnen Würmer und andere Insekten aus dem Garten pickten und gelegentlich ein Vogelkonzert zum Besten gäben. Die beiden erzählten vom Süden, den sie über die kalten Wintermonate besuchten, währenddem Rubinas Cousin aus dem Norden ihr Nest unter der Buche besetze.
Den Korb mit dem Bastelmaterial durften die Kinder schliesslich mit in die Waldwerkstatt nehmen. Doch ‘klopf-klopf’, wer klopft denn da? Etwas tiefer im Wald wohnen Picki und Klopfi, zwei Buntspechte mit ihren neugierigen Jungvögeln. Picki findet dicke Larven unter der Baumrinde und verspeist sie genüsslich. Klopfi ist das nicht entgangen und fliegt schnell herbei, um ebenfalls mitzuessen. Doch auch ihre Jungen brauchen Futter, damit sie gross und stark werden. Wo sind sie denn? Klopfi findet sie und zeigt ihnen den Weg zum Baum mit dem Futter. Die jungen Buntspechte müssen noch viel lernen. Zum Beispiel, wie man Samen aus dem Zapfen klopft in der sogenannten Spechtschmiede, wo in morschen Bäumen die Leckerbissen versteckt sind und wie man sich eine Höhle ‘klopft’.
Als die Buntspechte die Kinder entdeckten, freuten sie sich und hofften, dass sie ihnen dabei helfen, ganz viele kleine und grosse Buntspechte in den Wald zu bringen. Dazu gaben sie den Kindern Federn und Wolle und begleiteten sie zurück zum Waldhaus. Aus Astgabeln, Federn, Wolle und Filz wurde geschnitzt, geklebt und geschnürt, sodass am Ende viele kleine und grosse Federfreunde im Wald herumflatterten und -klopften.
So viel Konzentration und Ausdauer macht hungrig. Am Feuer genossen wir Zopftübeli, Kokosmakrönli, Äpfel, Schoggi und noch mehr. Durch das feine Zvieri gestärkt, wurde wieder emsig weitergebastelt oder bei ‘Vögeli, Vögeli, flüg uus’ ausgetobt. Einige Kinder haben ihren neuen Federfreunden ein kleines Haus oder eine Höhle gebaut. Platz und Möglichkeiten für Spiel und Fantasie gab es genug. So ging ein schöner Nachmittag zu Ende und die frischgeschlüpften Rotkehlchen, Buntspechte und Waldkäuze flatterten mit Freude und Neugier in ihr neues Zuhause.
Bericht: Isabelle Widmer


