Aktiv von jung bis alt

TIRIBU – EIN WINTERNEST FÜR DEN IGEL


25. Oktober 2025 auf dem Spielplatz Kohlgrube in Mühledorf

Das Wetter an diesem Tag ist kalt, nass und garstig. Am liebsten würde man sich wie ein Igel ins Winternest zurückziehen. Doch am Nachmittag treffen über 20 wetterfeste Kinder mit farbigen Outdoorkleidern und bunten Regenschirmen auf dem Spielplatz ein. Sie werden von der Pro Natura-Igelexpertin Lisa Zaugg, von ihrem Stoffigel und vom TIRIBU-Team begrüsst.

Die Kinder erzählen, was sie über die Stacheltiere wissen und erfahren Neues vom kleinen Stoffigel: Am Tag verstecken sich die Igel in Hecken, Asthaufen und an Waldrändern. Nachts sind sie unterwegs und manchmal kann man sie fauchen, schmatzen und schnaufen hören. Igel schützen sich mit 5’000 bis 8’000 Stacheln. Lisa zeigt uns einige Igelstacheln. Sie sind 2-3 cm lang. Die meisten Tiere sind also keine Gefahr für den Igel, denn wenn er sich zur Kugel rollt, hat niemand Lust, sich daran zu stechen. Einzig Dachse und Uhus können die Igel angreifen. Igel hören und riechen viel besser als Menschen und sie können sich sehr gut orientieren in ihrem Revier. Sie sehen aber nur unscharf.

Dies wollen wir nun ausprobieren: Mit der Igelbrille können die Kinder erleben, wie ein Igel die Welt wahrnimmt. Zu zweit machen wir uns auf den Weg in den Wald. Ein Kind zieht die Igelbrille an und die Begleitung achtet darauf, dass dem Igel nichts zustösst. Das «Igelkind» sieht nun alles verschwommen. Eine Regenjacke wird als diffuser Farbfleck wahrgenommen, den Strassenrand kann man kaum erkennen. Die Partner wechseln nun die Rollen. So können alle Kinder erleben, wie unsicher es sich als Igel anfühlt, wenn Hindernisse nicht erkennbar sind oder wenn ein Fahrzeug entgegenkommt. Zum Glück hören Igel viel mehr Töne als wir Menschen und riechen die anderen Tiere und ihr Essen von Weitem.

Im Wald angekommen verteilt Lisa verschiedene Dinge an die Kinder. Was nützt den Igeln und was schadet ihnen? Es wird überlegt und zugeordnet. Vor allem wir Menschen und unsere Umgebung mit Autos, Mährobotern, engmaschigen Zäunen, offenen Schwimmbecken und Schächten sind eine Gefahr für die Igel. Wir können aber auch dafür sorgen, dass sich die Igel wohlfühlen und in unseren Gärten Altholz und Laubhaufen als Rückzugsmöglichkeiten liegen lassen. Wir können Hindernisse beheben, Zäune öffnen, Ast- und Laubhaufen machen, Hecken anpflanzen und Wohngebiete so gestalten, dass Igel mehr Bewegungsfreiheit haben.

Doch was finden Igel hier an den Waldrändern und in den Gärten zum Fressen? Mit Becherlupen und Tellern suchen alle nach Igelfutter. Igel sind reine Fleischfresser. Sie ernähren sich vor allem von Insekten, deren Larven und von Würmern. Notfalls werden auch Schnecken gefressen. Im Unterholz finden die Kinder Spinnen, Schnecken und wenige Käfer. Vor allem auf Totholz hat es noch Tiere. Das Futterangebot im Spätherbst ist aber nicht mehr gross. Es ist Zeit für den Winterschlaf. Wenn es mehrere Tage weniger als 15 Grad warm ist, ziehen sich die Igel in ihr Winternest zurück. Von November bis März sind sie im Winterschlaf. Sie können notfalls bis zu einem halben Jahr ohne Nahrungsaufnahme überleben.

Bei dieser Vorstellung werden die Kinder hungrig. Es ist Zeit für eine kleine Stärkung. Auf dem Spielplatz gibt es warmen Tee und wunderhübsche Igel-Muffins aus der Backstube von Claudia Ingold. Nach dem Zvieri rundet Lisa den Nachmittag mit dem Spiel «Uhu und Igel» und mit einem kleinen Wissens-Quiz ab.

Der Igelnachmittag war unser letzter TIRIBU-Anlass in diesem Jahr. Wir freuen uns auf die Winterzeit und auf ein Wiedersehen bei weiteren Naturerlebnissen und Entdeckungen im neuen Jahr. Im Januar werden wir vom TIRIBU-Team das Jahresprogramm 2026 zusammenstellen.

Habt ihr einen Wunsch oder Ideen für unsere Anlässe? Welche Themen findet ihr besonders interessant? Teilt uns eure Anregungen unter folgender Adresse mit: isabelle.widmer@hotmail.ch

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