Aktiv von jung bis alt

TIRIBU – WILDKRÄUTER – ZAUBERKRAFT


Anlass vom 18. April 2026

Schon früher haben die Menschen den Frühling mit einer zünftigen ‘Frühjahreskur’ eingeläutet. Klassischerweise bereitete man die Neun-Kräuter-Suppe zu, in die alle möglichen Wildkräuter hineinkamen, welche um Haus, Hof und im Wald gerade wuchsen. Es waren immer ungefähr deren neun. Ein bisschen Wildpflanzenkenntnisse brauchte man dazu natürlich schon. Und genau diese hat uns Sarah, unsere Wildkräuterexpertin, an diesem sonnigen Aprilmorgen im Lüssliger Wald auf spielerische Weise nähergebracht.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einem Märchen vom ‘Margritli’ lernten wir die wichtigsten Sammelregeln kennen: immer sorgfältig und nur Blattweise pflücken; keine angefressenen oder kranken Pflanzen ernten; was man nicht kennt, wird nicht gepflückt; sammle nur so viel, dass die Wildpflanze noch stark genug weiterwachsen kann; keine geschützten Pflanzen sammeln; am besten im Papier- oder Stoffsack oder natürlich im Korb transportieren. Und so ging es auch schon mit der ersten, den Kindern wohlbekannten Wildpflanze los: dem Gänseblümchen. ‘Wer auf allen Vieren drei Gänseblümchen mit dem Mund pflückt und sie isst, bleibt das Jahr über von Krankheit verschont’, oder aber ‘der Löwenzahn wurde auch Orakelblume genannt, weil Verliebte aufgrund der Färbung des Blütenbodens erkennen konnten, ob ihr Herz von ihrem Liebsten erhört werden würde. ’ Mit vielen Mythen und Weisheiten aus der Wildpflanzenwelt war unser Sammelspaziergang gespickt.

Gänseblümchen, Löwenzahn, Knoblauchsrauke, Sauerklee (mmmmmh, ist der aber feiin!), Brennessel und natürlich Bärlauch landeten in unseren Sammelkörben. Diese wurden von Sarahs geschultem Auge sorgfältig geprüft. Nicht, dass sich plötzlich ein Blatt der giftigen Einbeere, die oft zwischen Bärlauch wächst, in unsere Zaubersuppe schmuggelt. Am grossen Tisch beim Waldaus, wurde geschält und geschnitten, geplaudert und ‘gfüürlet’. Das Sammeln hat ziemlich hungrig gemacht, weshalb das Bärlauchschlangenbrot kurzerhand zum Apéro verputzt wurde.

Kartoffeln, Zwiebeln, und so weiter – alles wanderte in die Töpfe über dem Feuer. Erst, wenn diese Zutaten gar sind, kommen die wertvollen Kräuter in die Suppe. Etwas abschmecken und mit Rahm verfeinern, zur Dekoration ein paar Taubnesselblüten darüber streuen, et voilà. Mit mehr oder weniger kritischem Blick wurde unser Gemeinschaftswerk verköstigt und zu unserer Freude auch wirklich für gut befunden. So viel Wildkräuterzauber stärkt natürlich im Nu Körper und Geist. Und so war der Wald einmal mehr ein Abenteuerspielplatz, während ein Grüppchen Kinder sich noch am Wildpflanzenmemory versuchten. Zum Abschluss noch ein Stück Zitronenmelissekuchen und eine schöne Geschichte aus Sarahs Fundus. Uns schien, als hätte jedes Kind seine ganz persönliche Wildpflanzenvorliebe für sich mit nach Hause genommen.